Archiv der Kategorie: Allgemein

Menuchims erste Begegnung mit der Musik

Menuchims Schwester – die in der Szene davor noch versucht hat, ihn gemeinsam mit ihren anderen Brüdern umzubringen – versucht Menuchim zu füttern und ihm irgendeine Reaktion zu entlocken. Sie klopft schliesslich rhythmisch an eine Tasse und erweckt Menuchims Interesse. Das Lied, das sie ihm vorsingt, ist das von Franz Schreker vertonte „Das hungernde Kind“ – ein  Text aus einer Sammlung alter deutscher Volksliederaus des Knaben Wunderhorn

Ankunft mit Projektion

Mit der Projektion/Animation des Bühnenteams wird die Ankunft der Familie in New York und Ellis Island geschildert. Die Erzählerkinder – in schicken Matrosenanzügen – berichten von den ersten Eindrücken, wie der Begegnung mit der kollossalen Freiheitsstatue:

Mendel Singer sah die Freiheitsstatue und lernte, dass sie hunderteinundfünfzig Fuß hoch und im Innern hohl sei und dass man sie besteigen könne. Um den Kopf trug sie eine Strahlenkrone und in der Rechten hielt sie eine Fackel. Und das Schönste war, dass diese Fackel in der Nacht brannte und dennoch niemals ganz verbrennen konnte. Denn sie war elektrisch.


… oft denk ich, sie sind nur ausgegangen

Nachdem Mac die Nachricht von Sam´s Tod den Eltern überbracht hat, singt Deborah eines der „Kindertotenlieder“ von Gustav Mahler. Der Text, den Mahler noch für vier weitere der „Kindertotenlieder“ gewählt hat, stammt von dem romantischen Dichter Friedrich Rückert. Rückert hat den Schmerz über den Verlust zweier seiner Kinder in 428 „Kindertotengedichten“ verarbeitet.

Als ich die Sängerin Julie Comparini in einer Pause fragte, wie man so ein Lied singen kann, ohne in Tränen auszubrechen, antwortete sie, dass sie im Moment der Darbietung viel zu sehr auf das Technische des Singens,  den Ablauf usw. achten müsse – aber wenn sie das Lied zu Hause übe, käme schon mal die eine oder andere Träne.

Finale 3. Teil

Menuchim kann endlich seine Eltern in die Arme schliessen. Dann beginnt Mac zu singen, eine Hymne von Aaron Copland: „At the River“

Shall we gather at the river,
Where bright angel’s feet have trod,
With its crystal tide forever,
Flowing by the throne of God.

Nach und nach fallen die anderen Familienmitglieder, die New Yorker, die Erzählerkinder und schliesslich alle Beteiligten ein: Ganz grosses Finale!

Das Finale – 1. Teil

In einer nicht repräsentativen Umfrage nach der Lieblingsszene äußerten viele Beteilgte ganz unterschiedliche Ansichten – aber gleich danach kam immer das Finale. Daher jetzt ganz ausführlich das Finale in drei Teilen. Hier der erste Teil, in dem Menuchim als Leinwandprojektion seine Epilepsie in ausdrucksvollen Tanz verwandelt.

Battle-Hymn of the Republic

Eine der grausigsten Szenen der Oper. Sam zieht begeistert in den Krieg, die Big Band in voller Besetzung marschiert ein, ein euphorischer Kinderchor legt los, das Orchester volle Pulle – kaum zu glauben, dass es immer wieder diese Begeisterung für den Krieg gegeben hat.

Natürlich wendet sich die Stimmung: Die Projektionen zeigen Tod und Zerstörung, die Soldaten schmieren sich rote Farbe ins Gesicht und die grosse Hymne zerfällt in Dissonanz und Gekreische.

Das Rezept für die rote Farbe stammt von der Maskenbildnerin Rosie und besteht hauptsächlich aus Rote-Beet-Saft und Kartoffelmehl…

Rhythm I got!

Dieser Klassiker von Georg Gershwin darf in einer Amerika-Oper auf keinen Fall fehlen. Pia Bohnert als Mirjam und Jerome als Sam hängen sich voll rein, das Orchester und der grosse Chor legen so richtig los. Das Publikum ist beigeistert – lediglich die Eltern sind nicht amüsiert. In der nächsten Szene merkt Mirjam allerdings, dass ihr Menuchim schrecklich fehlt…

Verlass deinen Sohn nicht!

In ihrer Ratlosigkeit und Verzweiflung (und weil ihr Ehemann keine grosse Hilfe ist) wendet sich Deborah an den Rabbi und bittet um Rat. Der Chor flüstert „Verlass deinen Sohn nicht!“ und das Orchester spielt die „Ouvertüre über hebräische Themen“ von Sergej Prokofjew. Der Rabbi wird von Sarah gespielt – eine ihrer drei Rollen. Vom Abgang als Doktor bis zum Auftritt als Rabbi gab es mal gerade eine gute Minute Zeit zum Umziehen…

Präsentation in der Bremer Bürgerschaft

Kaum war der letzte Beifall verklungen, konnte die  „Stadtteiloper“ in der Bremer Bürgerschaft präsentiert werden. „Menuhims Reise“ war eines von mehreren Projekten im Rahmen von „Demokratisch Handeln“, die dort am 24. Mai dargestellt wurden. Eine Abordnung von Schülerinnen der GSO, Frau Pervez und der Schulleiter Herr Utz vertraten unsere Schule.