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Das Finale – 1. Teil

In einer nicht repräsentativen Umfrage nach der Lieblingsszene äußerten viele Beteilgte ganz unterschiedliche Ansichten – aber gleich danach kam immer das Finale. Daher jetzt ganz ausführlich das Finale in drei Teilen. Hier der erste Teil, in dem Menuchim als Leinwandprojektion seine Epilepsie in ausdrucksvollen Tanz verwandelt.

Abschied von Menuhim

Vater und Mutter Singer entschliessen sich endgültig, nach Amerika auszuwandern. Kapturak bringt Pässe und Fahrkarten und dann verabschiedet man sich von Menuchim, der allein zurückbleibt. Julie Comparini und Rafael Bruck singen

Fremd ist mir die Erd„,
einsam schlägt mein Herz
mir vertraut nur ist der Mond,
heut der Welt, uns, neugebor‟n.

Ein Ruf aus dem Dunkeln: „Verlass deinen Sohn nicht!“, dann wird es dunkel. Die Musik ist aus Korngolds „Die tote Stadt“. Damit endet der erste Teil.

Mirjam, die Gangs und Mac

Erst gibt die Irish-Gang ein Tänzchen (mit Zwischenapplaus!!!), dann erzählt Mirjam, wie sehr sie Menuhim vermisst.Mac kommt hinzu und beide singen dann im Duett: Stephen Fosters „Hard times will come again no more“

Many days have gone by without seeing your beloved; Oh! Without Menuchim no more.

Mendels Verzweiflung

nachdem Mac die Nachricht vom Tode Sams überbracht hat, bricht Mendel zusammen. Und Mutter Deborah singt eines der „Kindertotenlieder“ von Gustav Mahler. Und Mendel stimmt eine grosse Klage an:

Aus, aus, aus ist es mit Mendel Singer. Er hat keinen Sohn, er hat keine Tochter, er hat keinen Sohn, er hat keine Heimat, er hat kein Geld.

Die Musik ist von Sven Daigger, der eine Reihe von Bühnen- und Zwischenmusik in dem Stück geschrieben hat. Mac singt daraufhin „Songs my mother told me“ von Charles Ives.

Anstatt einer Overtüre

Eine eigene Overtüre (Vorspiel) gibt es dieses Mal nicht. Es beginnt gleich mit Mendel Singer (Rafael Bruck, Bariton) im Kreise seiner Schüler. Die Erzählerkinder berichten von seiner – nicht gerade überwältigenden – Persönlichkeit und wie die Hungersnot auch seine Familie in Schwierigkeiten brachte. Dazu gibt es diesen ziemlich düsteren Kanon aus der 1. Sinfonie von Gustav Mahler.

Landung der Ausserirdischen?

Für den Lehrer Mendel Singer hätten es auch die Ausserirdischen sein können: Eben ist er noch in eine beschauliche, wenn auch langweilige, Bibelstunde versunken, da kommt so ein merkwürdiges Wesen daher, trällert einen idiotischen Gassenhauer („I´ve bought me a cat“) und ist auch noch sonst richtig gut drauf. Mendel Singer ist entsetzt, seine Teenager-Tochter Mirjam (Julia) ist begeistert und singt mit. Dann stellt sich heraus, dass dieser seltsame Herr einen Brief aus Amerika dabei hat.

Szenen einer verzweifelten Familie

Die Mutter besorgt, der Vater völlig überfordert, die Kinder ziemlich angefressen und gemein. Der Doktor (Sara) diagnostiziert Epilepsie, der Rabbi (auch Sara, ruckzuck umgezogen) ermahnt den Vater „Verlass deinen Sohn nicht“ und die Geschwister versuchen ihren Bruder umzubringen. Beleuchtung und Kostüme vermitteln ein stimmiges und stimmungsvolles Bild.