Archiv der Kategorie: Requisite/Bühne

Maskenexperimente

Für Deborahs Alptraumszene im ersten Teil war klar, dass es für die Gespensterarmee aus dem Lied „Revelge“ von Gustav Mahler Totenmasken geben sollte. Zunächst wurde mit Schminken experimentiert, was zwar gruselig aussah, aber für die Szene zu zeitaufwändig war.

Danach brachte Alexander Radulescu eine Faltanleitung für eine Papiermaske ins Spiel – sehr schick, aber zu knitteranfällig. Schliesslich gab es diese „Terminator“ Masken, die mit Leuchtfarbe bemalt wurde. Unter Schwarzlicht richtig fies – leider gab es dann während der Aufführungen kein Schwarzlicht so sahen die Masken immerhin bleich, zerschunden und auch richtig übel aus.

 

Battle-Hymn of the Republic

Eine der grausigsten Szenen der Oper. Sam zieht begeistert in den Krieg, die Big Band in voller Besetzung marschiert ein, ein euphorischer Kinderchor legt los, das Orchester volle Pulle – kaum zu glauben, dass es immer wieder diese Begeisterung für den Krieg gegeben hat.

Natürlich wendet sich die Stimmung: Die Projektionen zeigen Tod und Zerstörung, die Soldaten schmieren sich rote Farbe ins Gesicht und die grosse Hymne zerfällt in Dissonanz und Gekreische.

Das Rezept für die rote Farbe stammt von der Maskenbildnerin Rosie und besteht hauptsächlich aus Rote-Beet-Saft und Kartoffelmehl…

Das Ende der Reise

Mirjam hat es geschafft, ihren Bruder nach Amerika nachzuholen. Er tritt unvermutet als berühmter Balletttänzer auf. Vor seinem Auftritt auf der Bühne sieht man ihn in einer Filmprojektion aus seinen epileptischen Zuckungen einen ausdrucksvollen Tanz entwickeln. Der Tänzer ist Damiaan Veens. Film und Projektion hat das Bühnenbildteam erstellt. Dazu die ungeheuer sentimentale Musik von Samuel Barber („Barber´s Adagio“).

Ankunft der Podeste

So um 20.30 Uhr rum: Die fertig bemalten Podeste für das bewegliche Bühnenbild kommen am Zelt an, werden ausgeladen und ordentlich gestapelt. Dann ist endlich Feierabend für die „Hands“ und die beiden Bühnenbildstudies. Wie man hört soll das Bemalen gestern in der Schule noch bis 23.00 Uhr gedauert haben. Wow. Aber jetzt ist wirklich Feierabend.

Ecken ausmalen

Schon wieder!!! Schon wieder die Klasse von Herrn Scheideler, die dieses Mal zum Pinsel greift und die Podeste anmalt. Dabei sind Mitarbeiter („Hands“) der Kammerphilharmonie und die Bühnenbild-Crew. Es wird aber auch höchste Eisenbahn, denn die Podeste müssen ja noch trocknen uind bis Montag zum Zelt transportiert werden. Voll Turbo!

Kästchen schieben

Wo soll das Teil hin? Hat jemand Ecke Nr. 2b gesehen? Kann mal jemand mit anfassen? Vorsicht mit den Fingern! Hat jemand einen Plan? Und was soll das alles werden?

Ein grosser Davidsstern, der am Anfang für den Zusammenhalt der Familie Mendel steht, dann aber zu einem äusserst flexiblen Bühnenbild wird, in dem die Teile auseinandergenommen, anders zusammen gesetzt werden, übereinander gestapelt usw. Und es gibt einen Plan – und der ist kompliziert. Schüler aus der Chrorus-Line, Lehrer, Regie, Regieassistenz fassen alle mit an und am Ende ist der Stern zusammengepuzzelt.

Fast fertig

aber nur fast: Die Hocker sind jetzt immerhin auf alt getrimmt, die Zylinder (fast) alle vergoldet, die Soldatenmützen kaschiert und (fast) bemalt, die Geistermasken mit Leuchtfarbe bemalt und die dreieckigen Podest aus der JVA auch (fast) alle da. Wieviel Mühe und Aufwand hinter der Produktion steht, sieht man den fertigen Stücken nicht an, was ja auch Sinn der Sache ist. Aber zB an dem Kaschieren der Papphüte (Bekleben mit kleinen Packpapierstückchen) waren mehrere Kurse, Klassen, Praktikanten, Damen aus dem Mütterzentrum seit Wochen beteiligt. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Und das letzte Bild zeigt noch Wörterbücher, die zu Gebetsbüchern der Mendel-Schüler umgearbeitet werden (fast) fertig!

Fotos: Kira und Rebekka